Ein gebrauchter Roboter kostet normalerweise nur 30–50 % des Neupreises – eine sehr kosteneffektive Möglichkeit für kleine und mittlere Hersteller, zu automatisieren. Aber auf dem Gebrauchtmarkt ist jedes Gerät anders, und die Qualität variiert stark: Ohne zu wissen, wie man einen inspiziert, kann man leicht in eine Falle tappen. Als Team, das aus Reparaturarbeiten hervorgegangen ist, teilen wir die sieben wichtigsten Inspektionspunkte – sobald Sie diese gelernt haben, wissen Sie, was Sie bekommen, egal von wem Sie kaufen.
1. Seriennummer prüfen und eindeutige Herkunft bestätigen
Stellen Sie sicher, dass die Seriennummer auf dem Typenschild des Roboters mit denen des Schaltschranks und des Teach-Pendants als zusammengehöriges Set übereinstimmt, und erkundigen Sie sich nach der Herkunft der Anlage und ihrer Nutzungsdauer. Eine klare Herkunft und unstrittiges Eigentum sind die Grundvoraussetzung – egal wie günstig, kommen Sie niemals einer Maschine mit unbekannter Provenienz nahe.
2. Äußeren Zustand beurteilen – Auf die Details achten
Dellen und Lackschäden am Gehäuse sind normale Gebrauchsspuren; legen Sie darauf keinen übermäßigen Wert. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf folgende Punkte: Ob der Roboter Körper Öl verliert (insbesondere an den Achsgelenken – dies kann auf alternde Dichtungen im Getriebe hinweisen), ob Schweißspritzer-Schäden vorhanden sind und ob der Sockel jemals gerissen und repariert wurde.
3. Jede Achse manuell mit niedriger Geschwindigkeit joggen
Schalten Sie die Stromversorgung ein und bewegen Sie jede Achse einzeln mit dem Teach Pendant bei manueller Niedriggeschwindigkeit, um auf ungewöhnliche Geräusche, Steifigkeit oder Vibrationen zu achten. Führen Sie alle sechs Achsen (oder vier) durch ihren gesamten Bewegungsbereich bis zu den Endlagen – achten Sie auf die Geräusche und beobachten Sie die Laufruhe.
4. Prüfung von Genauigkeit und Wiederholgenauigkeit
Lassen Sie den Roboter wiederholt denselben angelernten Punkt anfahren und beobachten Sie die Konsistenz der tatsächlichen Ankunftsposition; messen Sie die Wiederholgenauigkeit wenn möglich mit einer Messuhr. Ein Roboter, dessen Genauigkeit merklich driftet, hat entweder ein Problem mit den Master-/Nullpunktdaten oder weist einen schweren mechanischen Verschleiß auf.
5. Servosystem und Zustand des Schaltschranks inspizieren
Prüfen Sie, ob das Innere des Schaltschranks sauber ist, ob es Anzeichen von Wassereintritt oder Korrosion gibt und ob die Lüfter normal laufen. Lesen Sie die Betriebsstunden aus dem System aus (jede Marke erfasst die kumulierte Laufzeit) sowie die Alarmhistorie, um zu erfahren, was diese Maschine „durchgemacht hat“.
6. Kabel und Teach Pendant prüfen
Achten Sie auf beschädigte oder gealterte Gehäuseschläuche sowie lockere Steckverbindungen; prüfen Sie, ob Bildschirm, Tasten und Not-Aus des Teach-Pendants ordnungsgemäß funktionieren. Kabel und Teach-Pendants sind Verschleißteile – ist ihr Zustand schlecht, müssen Sie kurz nach dem Kauf erneut Geld dafür ausgeben.
7. Lasttest unter simulierten realen Arbeitsbedingungen durchführen
Der wichtigste Schritt: Lassen Sie den Roboter über einen gewissen Zeitraum unter der Nutzlast und Taktzahl Ihres tatsächlichen Prozesses laufen, und beobachten Sie dabei den Temperaturanstieg, die Genauigkeitsstabilität und die Stabilität im Allgemeinen. Ein Roboter, der im Leerlauf keine Probleme zeigt, ist unter Last nicht zwangsläufig störungsfrei.
Der Kauf eines gebrauchten Roboters bedeutet im Wesentlichen, Inspektions-Know-how gegen Preis-Leistung einzutauschen. Beherrschen Sie diese sieben Prüfpunkte – oder überlassen Sie sie jemandem, der sich mit der Technik auskennt – und ein gebrauchter Roboter kann mit Vertrauen gekauft und sorgenfrei genutzt werden.



















